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Überlauf für die Regentonne selber bauen: Anleitung und Tipps

Sobald die Regentonne bei starkem Niederschlag randvoll läuft, sucht sich das Wasser seinen eigenen Weg. Meist ist das die Hauswand, die Terrasse oder das Fundament. Ein sauber verbauter Überlauf verhindert genau das, indem er überschüssiges Wasser kontrolliert in den Kanal, ein Beet oder eine zweite Tonne ableitet. Wer handwerklich einigermaßen geschickt ist, kann diese Nachrüstung an einem Nachmittag erledigen.

Das Wichtigste kurz zusammengefasst:

  • Position: Der Überlauf sitzt idealerweise 3 bis 5 cm unterhalb des Tonnenrands.
  • Durchmesser: Bewährt haben sich 19 bis 32 mm, je nach Fallrohrgröße und Tonnenvolumen.
  • Werkzeug: Lochsäge, Silikon und ein Rohrbogen mit Dichtung reichen meist aus.
  • Kosten: Fertige Überlaufbögen kosten zwischen 10 und 25 Euro, Eigenbau oft unter 8 Euro.

Schritt für Schritt: Wie Sie den Überlauf an Ihrer Regentonne selbst bauen

Bevor gebohrt wird, lohnt sich ein Blick auf die Statik der Tonne. Ein zusätzliches Loch schwächt die Wand, weshalb die Stelle nicht zufällig gewählt werden sollte. Am stabilsten ist meist ein Bereich knapp unterhalb des oberen Randsteges, dort, wo das Material durch die umlaufende Verstärkung ohnehin dicker ist. Wichtig ist außerdem die Fließrichtung: Das überschüssige Wasser muss von der Hauswand weg und idealerweise zu einer Versickerungsfläche oder in den Regenwasserkanal geleitet werden.

Das richtige Werkzeug und Material

Für ein solides Ergebnis braucht es keinen großen Werkzeugschrank, aber ein paar Teile sollten vor Baubeginn bereitliegen, damit die Arbeit nicht mittendrin ins Stocken gerät.

  • Eine Lochsäge oder ein Forstnerbohrer in der passenden Größe, meist 19 mm, 25 mm oder 32 mm im Durchmesser
  • Ein Tankdurchführungsset (Verschraubung mit zwei Dichtungsringen), erhältlich in Baumärkten und im Fachhandel für Regenwassernutzung
  • Ein Überlaufbogen oder ein einfacher Rohrwinkel aus Kunststoff, wahlweise mit Schlauchtülle
  • Silikon oder Sanitärdichtmasse für den Übergang zwischen Kunde und Tonnenwand
  • Ein Gartenschlauch oder ein flexibles Verlängerungsrohr für die Weiterleitung
  • Eine wasserdichte Unterlegscheibe, falls die mitgelieferte Dichtung zu dünn ausfällt
  • Ein Maßband und ein wasserfester Stift zum exakten Anzeichnen der Bohrstelle
  • Schutzhandschuhe, da die Kanten von frisch gebohrtem Kunststoff scharf sein können

Sind diese Materialien vorhanden, verkürzt sich die eigentliche Montage auf wenige, klar getrennte Arbeitsschritte.

Zwei bewährte Methoden für den Wasserablauf

Regentonnen Überlauf
eugenehill/shutterstock.com

In der Praxis haben sich zwei Vorgehensweisen durchgesetzt, die sich vor allem in Aufwand und Optik unterscheiden. Beide funktionieren zuverlässig, sofern die Dichtung sorgfältig ausgeführt wird.

Überlaufbogen mit Schlauchanschluss

Diese Variante nutzt ein vorgefertigtes Bauteil, das von außen durch die Tonnenwand gesteckt und von innen verschraubt wird. Der Clou liegt im Knickschutz des Bogens: Er verhindert, dass ein angeschlossener Schlauch abknickt und den Ablauf blockiert. Für die meisten Haushaltstonnen zwischen 200 und 300 Litern reicht ein Anschluss mit 32 mm Durchmesser aus, um selbst kurze Starkregenphasen problemlos abzuführen.

Loch bohren und Rohr einsetzen

Wer improvisieren möchte, bohrt stattdessen ein einfaches Loch und klebt ein PVC-Rohrstück ein. Diese Lösung ist günstiger, verlangt aber mehr Sorgfalt bei der Verklebung, da handelsübliche Kunststoffkleber nicht auf jedem Tonnenmaterial gleich gut haften. Ein Test an einer unauffälligen Stelle vor dem eigentlichen Einbau erspart spätere Undichtigkeiten.

Methode Durchmesser Materialkosten Aufwand
Überlaufbogen mit Schlauchtülle 19–32 mm ca. 10–25 € gering, mit Anleitung
Rohrstück, selbst verklebt 20–40 mm ca. 3–8 € mittel, erfordert Übung
Verbindungsset für zwei Tonnen 32 mm ca. 12–20 € mittel bis hoch
Fallrohr-Adapter mit Rückschlag 40–50 mm ca. 15–30 € gering, kaum Wartung

Regentonne richtig überlaufen lassen: die passende Höhe finden

Die Position des Lochs entscheidet darüber, wie viel Wasser die Tonne tatsächlich fasst und ob der Überlauf im Ernstfall schnell genug reagiert. Sitzt der Auslass zu tief, geht nutzbares Volumen verloren. Sitzt er zu hoch, läuft die Tonne trotzdem über, bevor das Wasser den Ablauf erreicht. Als Faustregel gilt ein Abstand von drei bis fünf Zentimetern zum oberen Rand, kombiniert mit einem leichten Gefälle der Ableitung von mindestens zwei Grad, damit das Wasser zügig abfließt statt sich zu stauen.

Häufige Fehler beim Nachrüsten vermeiden

Viele Probleme entstehen nicht durch das Bauteil selbst, sondern durch kleine Nachlässigkeiten bei Planung und Montage. Wer die folgenden Punkte im Blick behält, spart sich spätere Nacharbeit und feuchte Kellerwände.

  • Der Überlauf endet direkt über der Terrasse oder dem Kellerfenster, statt das Wasser gezielt wegzuleiten
  • Die Bohrung sitzt zu nah an einer bestehenden Naht oder Schweißstelle, wodurch die Tonne an dieser Stelle reißen kann
  • Die Dichtung wird trocken montiert, obwohl Silikon oder ein zusätzlicher Dichtring nötig gewesen wäre
  • Der Schlauch wird zu lang verlegt und sackt in der Mitte durch, wodurch sich ein Wasserstau bildet
  • Bei mehreren verbundenen Tonnen fehlt ein zweiter, unabhängiger Überlauf an der letzten Tonne in der Reihe
  • Frostgefährdete Anschlussstücke aus starrem Kunststoff werden im Winter nicht demontiert und reißen bei Minusgraden
  • Die Größe des Überlaufs orientiert sich nicht an der Dachfläche, sodass bei Starkregen zu wenig Wasser abfließt
  • Laub und Fallrohrfilter werden nie kontrolliert, wodurch sich der Zulauf zusetzt und der Überlauf permanent aktiv ist

Wer diese Fehlerquellen von Anfang an ausschließt, profitiert von einer Regentonne, die auch bei plötzlichen Wolkenbrüchen zuverlässig funktioniert und keine unerwünschten Wasserschäden am Haus verursacht.

Häufige Fragen zum Thema (FAQ)

Welchen Durchmesser sollte der Überlauf mindestens haben?

Für Standardtonnen zwischen 150 und 300 Litern hat sich ein Durchmesser von 19 bis 32 Millimetern bewährt. Bei größeren Tanks ab 500 Litern oder bei besonders starkem Zulauf über ein breites Dachflächenrohr empfiehlt sich ein Querschnitt von mindestens 40 Millimetern, damit auch kurze Starkregenereignisse ohne Rückstau abgeleitet werden.

Kann ich zwei Regentonnen über den Überlauf verbinden?

Ja, das ist sogar eine der häufigsten Anwendungen. Dazu wird der Überlauf der ersten Tonne auf gleicher Höhe wie ein zusätzlicher Einlass der zweiten Tonne montiert und mit einem kurzen Schlauchstück verbunden. Wichtig ist, dass die zweite Tonne selbst ebenfalls einen eigenen Überlauf besitzt.

Wohin sollte das überschüssige Wasser geleitet werden?

Am sinnvollsten ist eine Versickerungsfläche im Garten, ein Rasenstück oder ein separater Sickerschacht, sofern der Boden ausreichend durchlässig ist. Alternativ kann der Überlauf an das bestehende Regenfallrohr zurückgeführt werden, das ohnehin an die öffentliche Kanalisation angeschlossen ist.

Muss der Überlauf im Winter demontiert werden?

Bei reinen Kunststoffbögen ist das meist nicht zwingend nötig, solange kein Wasser im Bauteil selbst stehen bleibt. Enthält der Aufbau jedoch starre Rohrstücke oder Anschlüsse mit engen Radien, sollte das Wasser vor dem ersten Frost restlos abgelassen werden, da gefrierendes Restwasser das Material sprengen kann.

Fazit

Ein selbst gebauter Überlauf ist mit wenig Aufwand realisierbar und schützt Fundament, Fassade und Terrasse zuverlässig vor Wasserschäden. Entscheidend sind die richtige Position knapp unter dem Tonnenrand, ein ausreichend großer Durchmesser sowie eine saubere Ableitung des Wassers weg vom Haus. Wer diese Punkte beachtet, muss sich auch bei heftigen Regengüssen keine Sorgen mehr machen.